Waldgaststätte Balsamine

Historie

Historie - Waldgasthaus Balsamine

Zur Geschichte des „Waldgasthauses Balsamine“

Um das Jahr 1890 haben die Mitglieder des Thüringer Waldvereins Weimar das Gebiet zwischen Buchfart, Hetschburg, Vollersroda und Possendorf für Wanderer und Erholungssuchende erschlossen. Dabei wurden Wege angelegt, Ruhebänke aufgestellt und markante Stellen in der Natur gekennzeichnet sowie ausgewiesen. Einbezogen wurde dabei auch der Schlossberg oberhalb der Buchfarter Höhlen, dessen herrlicher Ausblick auf das Ilmtal damals wie heute zu den schönsten in Thüringen zählt. Auf Initiative des Oberpostsekretärs i.R. Güntsche schuf man einen Rastplatz mit Bänken und eine kleine Schutzhütte, die als „Güntsches Ruh“ bekannt wurde. 1895 kaufte Balduin Zorn aus Possendorf, Pächter der Gemeindeschenke in Buchfart, in Erfurt anlässlich einer Blumenausstellung ein hölzernes Kaffeehäuschen. Dieses ließ er vor Ort ausbauen und dann auf dem Schlossberg wieder errichten. Das so entstandene Gasthaus „Waldhaus Schlossberg“ wurde dank seiner guten und preiswerten Küche bald eines der beliebtesten Ausflugslokale um Weimar. In Anlehnung an den Vornamen des Wirtes, Balduin, bürgerte sich dank der zahlreichen Gäste zunächst der Name „Baldune“ ein, später wurde daraus die „Balsamine“.
In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die Gaststätte von den Wirtsleuten Zorn an die sehr kunstsinnige Familie Pfläging verpachtet. Von da an gab es neben guten Speisen und gepflegten Getränken auch musikalische Unterhaltung auf dem Schlossberg. 
Am 14. Januar 1927 brannte das Gasthaus vollständig aus. Nur zwei Jahre später entschloss sich Balduin Zorn als Besitzer des Grundstückes, das Haus wieder aufbauen zu lassen. Es entstand die heutige „Balsamine“. Ab den 50er Jahren wurde die Balsamine in den Sommermonaten als Kinderferienlager der HO Weimar genutzt, auch die Schiller-Oberschule nutzte das Gebäude einige Jahre als Landschulheim. 1962 wurde die Balsamine und das angrenzende Waldgrundstück von der letzten Eigentümerin Frau Natzel, der Enkelin des Ersterbauers Zorn, an das Schuhkombinat in Erfurt verkauft. Während dieser Phase wurden die Balkone verglast und der Küchentrakt modernisiert. Sieben Bungalows entstanden als Unterkünfte auf dem Territorium des Waldgrundstücks. Die neuen Eigentümer wurden zwar verpflichtet, den Gaststättenbetrieb aufrecht zu erhalten, konnten dies aber nicht immer gewährleisten. 
Im Zuge der Deutschen Wiedervereinigung kam die Balsamine unter treuhänderische Verwaltung und wurde geschlossen. Da sich zunächst kein Käufer fand, begann der allmähliche Verfall, Vandalismus tat sein Übriges. Mehrfach gab es private Versuche das Haus zu retten, die leider mehr oder minder erfolglos waren. Bald glich die Balsamine mehr einer Ruine als einem Traditionshaus. Die Weimarer Steinmetze Andreas und Stefan Dospiel sanierten das Waldgasthaus liebevoll und gaben der Balsamine als beliebtes Ausflugsziel nicht nur den alten Charme zurück, sondern fügten Neuen hinzu.